Sprachen-Podcast „The World in Words“: Vergesst Klingonisch?

Patrick Cox geht in seinem Podcast „The World in Words“ so ziemlich jeder natürlichen und künstlichen Sprache unseres Universums auf den Grund.

Wozu soll man heutzutage noch Latein lernen? Für Patrick Cox ist das keine rhetorische Frage. In der Episode The Pope’s Big News Came in … Latin berichtet er über die Journalistin Giovanna Chirri, die dank ihrer Latein-Kenntnisse die Welt mit der „Breaking News“ vom Papst-Rücktritt überraschen konnte, während ihre Kollegen noch auf die Übersetzung des vatikanischen Pressebüros warteten.

In Caught between two languages geht es um mexikanische Migranten, die aus den USA wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Ihre Kinder sprechen häufig kein oder nur wenig Spanisch, sodass sich Lehrer an mexikanischen Schulen zunehmend gezwungen sehen Englisch zu lernen, um diese Kinder in den Unterricht integrieren zu können.

Podcast World in Words

Die Themen des Podcasts reichen vom Hype um die Sprachkurse von Rosetta Stone über die mangelnden Fremdsprachen-Kenntnisse von CIA-Agenten bis hin zu jiddischen SMS-Nachrichten.

Und immer wieder kehrt Cox zum Thema künstliche Sprachen zurück. Warum wir Sprachen erfinden, darüber spricht er zum Beispiel mit Arika Okrent (Autorin des Buches In the Land of Invented Languages), die unter anderem über ihre Teilnahme an einer Klingonen-Convention und ihr dort erworbenes Klingonisch-Zertifikat berichtet.

Man solle jene fiktionalen Sprachen vergessen, die von Linguisten ausschließlich für Film und Fernsehen (also zum Broterwerb) erfunden wurden, so Cox. Viel interessanter seien Sprachen, die ihren Ursprung in der literarischen Welt haben – wie die Elbensprachen von Tolkien oder auch die Sprache Pravic. Diese erfand Ursula K. Le Guin für ihren Science-Fiction-Roman Die Enteigneten/Planet der Habenichtse (engl.: The Dispossessed). In ihrem Roman gründet eine Gruppe von Anarchisten eine klassenlose Gesellschaft ohne Privateigentum – und wo kein Eigentum ist, da benötigt die Sprache auch keine Possessivpronomen.

Warum Hillary Clinton so wütend wurde, als sie in der Demokratischen Republik Kongo anscheinend nach der Meinung ihres Mannes gefragt wurde? Patrick Cox hat da so seine Vermutungen…

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Autor: andreabreuer

Bloggt über Weltliteratur & Straßenpoesie. Arbeitet mit Texten, Menschen & Sprachen. Mainz. |

2 Kommentare zu „Sprachen-Podcast „The World in Words“: Vergesst Klingonisch?“

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