Bücher-Juni in Mainz: Die üblichen Verdächtigen in Taschenbuch-Ausgaben

Büchermarkt der Mainzer Johannisnacht: Da waren sie wieder, die gleichen Bücher, die man selbst schon einmal besessen, nicht gelesen und schließlich auf dem Flohmarkt verkauft hat. Steinbeck, Hesse, Lenz, die üblichen Verdächtigen in Taschenbuch-Ausgaben. Es war aber auch ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Freunden, wie etwa den englischen Originalausgaben diverser Star Trek-Romane oder den Werken von Heine und Böll.

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Deutsche Leser! Oder: Das große Schweigen um Hamed Abdel-Samad

Ja, die Deutschen lieben ihre Bücher.

deutsche-bücher-1Wir sind wahre Bibliophile. Wir lesen Bücher, wir sammeln Bücher, wir bloggen über Bücher, wir schreiben Amazon-Rezensionen, wir veranstalten Bücher-Challenges.

Und wir schweigen, wenn es einem deutschen Autor an den Kragen geht.

Morddrohungen gegen Droemer-Autor Hamed Abdel-Samad, so lautete diese Woche eine Pressemitteilung der Verlagsgruppe Droemer Knaur.

Schon vorher hatten überregionale deutsche Zeitungen von dem „Fall“ Hamed Abdel-Samad berichtet. Vom Feuilleton bis zur deutschen Öffentlichkeit ist es jedoch offenbar ein weiter Weg. Auch in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook: Schweigen.

Kein Wort, nirgendwo.

Doch dann kam eine Martina. Sie erhob öffentlich das Wort, noch bevor es Guido Westerwelle tat:

Petition an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland: Islamisten rufen zur Ermordung von Hamed Abdel-Samad in Ägypten auf!

Wer sein Regal auch nur mit einem Buch von Salman Rushdie, Heinrich Heine, Bertolt Brecht oder Stefan Zweig schmückt, dem möge wahrlich der Himmel auf den Kopf fallen, wenn er nicht zehn Sekunden in das Unterzeichnen dieser Petition investiert oder sich nicht auf andere Weise für einen bedrohten deutschen Autor einsetzt.

 

 
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!ניצלעך – Wie funktioniert Jiddisch?

Betretenes Schweigen oder ein großes Fragezeichen über dem Kopf – das sind die gängigen Reaktionen, wenn ich (deutschen) Bekannten erzähle, dass ich an der Uni einige Semester Jiddisch gelernt habe.

Und über allem steht die Frage: Warum, um Gottes Willen, Jiddisch?

Die Frage, die mir bisher noch nie gestellt wurde und die ich an dieser Stelle beantworten möchte, ist: Wie funktioniert Jiddisch?

Jiddisch wird in hebräischer Schrift geschrieben, wobei das Alphabet leicht angepasst wurde. Man schreibt von rechts nach links:

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Die Schriftzeichen lassen sich problemlos innerhalb weniger Tage auswendig lernen. Was man dann entziffern kann, ist Folgendes:

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Schreibt man den Text von links nach rechts, wirkt er schon vertrauter:

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Meine persönliche Übersetzung ins Deutsche sieht so aus:
Sage niemals, dass du den letzten Weg gehst…

Die Umschrift des Jiddischen in das lateinische Alphabet erfolgt in der Regel nach der YIVO-Transkription, die sich weitestgehend an der englischen Schreibweise orientiert. Der Buchstabe ש zum Beispiel wird nach YIVO mit „sh“ transkribiert, während es im deutschsprachigen Raum naheliegend ist, die Umschrift „sch“ zu verwenden.

Das obige Beispiel stammt im Übrigen aus dem bekannten Partisanenlied Sog nit kejnmol. Der Text wurde von dem in Wilna geborenen Hirsch Glick verfasst, der Mitglied des Künstler- und Literatenkreises Jung-Wilne war und mit etwa 22 Jahren (genaues Todesdatum unbekannt) im Widerstandskampf gegen Nazi-Deutschland starb.

Starter Kit zum Jiddisch-Lernen:

YIVO Institute: Yiddish Alphabet/Alef-Beys (Jiddisches Alphabet inklusive Transkription und Audio-Dateien)

Yiddish Dictionary (Online-Wörtbuch: Jiddisch-Englisch, Englisch-Jiddisch)

Yiddish Wit (Erste Lektüre: Jiddische Sprichwörter mit Transkription und englischer Übersetzung)