Von gruseligen Ungeheuern und flinken Zwergen im Moor – Mit W.B. Yeats in Sligo

Es ist ein schöner Sommerabend, als der noch junge William Butler Yeats zu einer Wanderung rund um den Lough Gill im County Sligo aufbricht. Viele Jahre später wird er dem See und seiner sagenumwobenen Insel in dem Gedicht The Lake Isle of Innisfree ein literarisches Denkmal setzen:

”I will arise and go now, and go to Innisfree,

And a small cabin build there, of clay and wattles made …

And I shall have some peace there,

For peace comes dropping slow…”

War es die Schönheit der Insel, die den irischen Dichter W.B. Yeats anzog, oder war es vielleicht doch eher die Geschichte von dem Ungeheuer, das dort seit jeher sein Unwesen treiben soll?

Mehr als hundert Jahre nach Yeats’ nächtlicher Exkursion stehen wir an den Ufern des Lough Gill. Und tatsächlich, mit dem leisen Plätschern des Sees sinkt auch um uns herum der Friede herab. Von einem mythischen Ungeheuer fehlt indes jede Spur.

Sligo Lough Gill
Lough Gill

Weiterlesen „Von gruseligen Ungeheuern und flinken Zwergen im Moor – Mit W.B. Yeats in Sligo“

Advertisements

Sing mir ein Lied vom Drogenbaron – Erazo Heufelders Reisereportage „Drogenkorridor Mexiko“

Drogenkorridor MexikoHoch oben, auf dem Friedhof von Santiago de los Caballeros, thront vor der malerischen Kulisse der Sierra Madre ein gigantischer Marmortempel. Es soll die letzte Ruhestätte des Drogenbosses Ernesto Fonseca Carrillo werden – nachdem er im Gefängnis seine lebenslange Haftstrafe abgesessen hat.

Ihre Denkmäler lassen sich die mexikanischen Drogenbarone schon zu Lebzeiten errichten. Und während sich korrupte Politiker am Drogenhandel bereichern, verkaufen sich Drogenbarone als vermeintliche Philanthropen. Den Menschen in Badiraguato, so schreibt Erazo Heufelder in ihrer Reportage Drogenkorridor Mexiko, sei der Drogenbaron Rafael Caro Quintero als größter Gönner ihrer Gemeinde in Erinnerung geblieben. Er habe nicht nur Schulen und Kirchen bauen lassen, sondern auch abgelegene Ortschaften mit Strom versorgt.

Weiterlesen „Sing mir ein Lied vom Drogenbaron – Erazo Heufelders Reisereportage „Drogenkorridor Mexiko““

Das traurige Mädchen und die Stadtgeister: Déjà-vus in Mainz und Frankfurt

In Mainz nennt man sie Maria oder Das traurige Mädchen. Gelegentlich wird sie auch als Mysterious Lady bezeichnet. Manchmal ist ihr Blick leer, manchmal vorwurfsvoll, aber immer schwingt die Traurigkeit mit, wenn sie uns an jenen tristen Orten der Stadt anblickt, die niemals Aufnahme in die Tourismus-Broschüren finden werden. Und dabei ist doch auch sie ein „echtes Meenzer Mädsche” – eben nur nicht „goldisch”, sondern immer ein wenig traurig.

StreetArt_Mainz_Maria bwol

Weiterlesen „Das traurige Mädchen und die Stadtgeister: Déjà-vus in Mainz und Frankfurt“

Well done! Stattlektion aus London

Guten Tag! Hier spricht Ihre Blog-Betreiberin. Wir befinden uns gerade im Anflug auf den London City Airport. Es sind 24 Grad und die Stadt präsentiert sich wie gewohnt nebellos. Wir bedanken uns für den Kauf eines 99-Euro-Flugtickets und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt.

London von oben 1

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben von einer rundlichen Dame auf der Westminster Bridge eine glückliche Zukunft vorausgesagt bekommen, ihr im Gegenzug zwei Pfund für ein fiktives Kinderheim in Rumänien überreicht und kurze Zeit später am Themse-Ufer festgestellt, dass sich Ihr Portemonnaie wider Erwarten noch in Ihrem Besitz befindet.

Weiterlesen „Well done! Stattlektion aus London“