Der Mainzer Sand: „Man nehme keine Grabungen vor.“

Er ist ein ziemlich cooler Käfer, der Feldsandläufer. Tritt ihm der Mensch zu nahe, breitet er seine bläulich schimmernden Flügel zum kurzen Flug aus und stellt sich seinem Gegner angriffslustig entgegen.

Er ist ein ziemlich ignorantes Wesen, der Mensch. Dort, wo vor über 10.000 Jahren eine einzigartige Steppenlandschaft entstand, baute er dem kleinen Feldsandläufer im Jahr 1966 eine Autobahn vor die feinen Fühler.

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„Am Ende war das Wort.“ – Nona Fernández: Die Toten im trüben Wasser des Mapocho

Literatur Chile Fernández Wasser MapochoEs sind keine schönen Geschichten, die man sich in den Straßen von Santiago de Chile erzählt. Da gibt es den Indigenen Lautaro, dessen Kopf einst von den spanischen Eroberern auf eine Lanze aufgespießt und in den Fluten des Mapocho versenkt wurde. Seit dieser Zeit geistert Lautaro als kopfloser Reiter durch die Stadt.

Und dann gibt es den Teufel höchstpersönlich, der von zahllosen Sklaven die erste feste Brücke der Stadt erbauen ließ, dank der Santiago „die Tentakeln“ ausstreckte und „den Duft des Paradieses unter dem Zement des Fortschritts“ begrub. Ein Mann in Lumpen. In seinem Handkarren schläft eine Frau, ihre Eingeweide hängen heraus. Man hat ihr das Kind aus dem Bauch gerissen. Das ist ihre Geschichte.

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An den Wänden: Die Tiere der Mainzer Neustadt

Irgendwo zwischen dem Mainzer Regierungsviertel, der Einkaufsmeile Boppstraße und den Urban Benchmarks am Zollhafen haben sie offenbar ideale Rahmenbedingungen vorgefunden. Man möchte sie sogar fast endemisch nennen, die Tiere an den Wänden der Mainzer Neustadt.

Da ist zum Beispiel der Kein-Stress-Panda, das wohl berühmteste Stencil der Neustadt. Die Botschaft des Pandas ist so wahr, so zeitlos, dass er uns Passanten schon seit Jahren mit mahnenden Augen anblicken darf. In der unmittelbaren Umgebung lebt auch der Neustadt-Affe. Ortsunkundige orientieren sich bitte am Hinweispfeil.

Und dann gibt es natürlich noch die süüüüüüßen Tiere mit den grooooooooooßen Augen:

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Freddies Schatten in Earls Court

Zufällig verirren sich London-Touristen nur selten hierher. Der Logan Place ist ein ruhiger Ort. Klassisches Wohngebiet, eher hochpreisig, wie man gerne sagt.

Und so stehen wir ziemlich verlassen vor der Garden Lodge, wo Freddie Mercury lebte, arbeitete und starb. Wir sehen uns die Nachrichten an, die Fans aus aller Welt für Freddie hinterlassen haben: Freddie lives forever, heißt es da. Oder auch: Thinking of you. Manche Fans setzen sich selbst ein Denkmal: Boldi estuvo aquí. Boldi war hier.

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