Street Art Mainz: Herbstliches mit Schirm, Pinguin und Melone

Herbst – das ist die Zeit, wenn die Figuren an den Wänden ihre Regenschirme aufspannen und ihre Ohren mit einer Melone vor dem frostigen Wind schützen.

Keinen Hund mag man so auf die Straße schicken. Dafür begegnen wir bei diesen widrigen Wetterverhältnissen nun immer öfter dem Pinguin. Und obwohl er dank seiner wasserfesten Federschichten gegen den Regen gewappnet sein sollte, blickt er uns doch häufig grimmig von den Wänden an.

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„Das Land ist im Arsch.“ – In Koli Jean Bofanes Roman „Sinusbögen überm Kongo“

Literatur_Sinusbögen überm KongoWie Ameisenheere strömen die Menschenmassen täglich zu Fuß nach Kinshasa, in diese magische Stadt, die mit ihren modernen Hochhäusern Arbeit und Wohlstand verspricht. In dieser „grausamen Königin“ Kinshasa, die sich von den Hoffnungen und Träumen der Kongolesen ernährt, lebt Celio.

Celio, das ehemalige Waisenkind, schlägt sich gerade so durch. Er geht von Haus zu Haus und bittet um Spenden für eine „NGO, die sich mit allem und nichts beschäftigt“. Seine eigentliche Berufung ist die Mathematik – allein die Nachfrage nach Sinuskurven und Hypotenusen fehlt.

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Urbane Schwarzweißmalereien

 Vorspiel im Finanztheater:
„Mir ist für meine Wette gar nicht bang,
Wenn ich zu meinem Zweck gelang.“
– Mephistopheles

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Im Schatten der Frankfurter Commerzbank:

Der Herr Geheimrat sieht den Schläfer nicht

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Banksy: Wall and Piece

Banksy Wall and PieceT-Shirts, Handtaschen, Buttons – auf dem Londoner Portobello Market in Notting Hill ist Che Guevara in allen Formen und Preislagen zu kaufen. Eines Morgens blickt der Revolutionär jedoch auf einmal in vielfacher, überlebensgroßer Ausfertigung von der Eisenbrücke hinunter auf den Ort seiner Vermarktung.

„Ich glaube, ich habe versucht ein Statement gegen das endlose Recycling einer Ikone abzugeben“, sagt Banksy, der in einer Nacht- und Nebelaktion die Wanddekoration angebracht hatte. „Die Menschen glauben offenbar, dass sie sich nicht mehr wie ein Revolutionär verhalten müssen, wenn sie sich wie ein Revolutionär kleiden.“

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Lektüre überlebt: Jürgen Heimbachs Regionalkrimi „Chagalls Rache“

Heimbach Chagalls RacheVon Axel Hacke stammt der schöne Satz: „Erst wenn der letzte deutsche Lehrer und der letzte deutsche Journalist einen Regionalkrimi geschrieben haben werden, werdet ihr merken, dass man’s auch übertreiben kann.“

Als großer Freund der Kulturindustrie habe ich schon so manchen Protagonisten seufzend, die Lippen zusammen pressend und innerlich fluchend erlebt – warum also, so fragte ich mich, nicht einmal einige Lesestunden mit dem liebsten Kind der Regionalpresse und dem größten Feind des überregionalen Feuilletons verbringen?

Zugegeben, ich war auf der Suche nach etwas richtig Schlechtem, als ich vor dem Regionalkrimi-Sortiment meiner Mainzer Buchhandelsnachbarschaft Bukafski stand: unterirdischer Stil, flache Charaktere und endlos verwickelte Ortsbeschreibungen, um den Text mit möglichst vielen regionalen Sehenswürdigkeiten aufzublähen. Alle meine Vorurteile gegenüber dem Regionalkrimi sollten sich bestätigen.

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Street Art Mainz: Das Boot ist toll

Unter der Grünen Brücke, da lebt nicht nur der gefräßige Bücherwurm. Unter der Grünen Brücke, da ist das Boot der multikulturellen Schiffscrew noch lange nicht voll.

Und während ein Kind, an der Hand seiner Mutter, stehen bleibt, um den fliegenden Piratenvogel genauer zu betrachten, fragen wir uns, was wohl passiert wäre, wenn die Polizei die Urheber solcher Schmierereien auf frischer Tat ertappt hätte.

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