Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde | Literatur aus Brasilien

Krieg der BastardeDer Zauberberg in Brasilien: das ist ein Häufchen Koks, von dem man runterkommen muss, bevor man die Ware in einem Beichtstuhl an eine einbeinige Regisseurin verkauft – freilich nicht, ohne vorher den Priester mit neuem Kirchenmobiliar bestochen zu haben.

Es ist eine ganze Sporttasche voller Kokain, die Amadeu aus der Chefetage einer Porno-Produktionsfirma gestohlen hat. Er will die Drogen zu Geld machen und damit die Schulden seiner Freundin Gina bezahlen. Der Diebstahl bleibt nicht unbemerkt.

Die beiden Ganoven Edgar und Pablo werden auf Amadeu angesetzt. Sie durchforsten die Stadt nach ihm. Auch Gina sucht Amadeu. Alle suchen Amadeu – nicht wissend, dass dieser bei einem tragikomischen Unfall längst sein Leben verloren hat.

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Bernardo Carvalho: Neun Nächte | Literatur aus Brasilien

Carvalho_Neun NächteIm Jahr 1939 bricht der US-amerikanische Anthropologe Buell Quain zum Stamm der Krahô im brasilianischen Urwald auf. Wenige Monate später ist er tot. Selbstmord – aufgehängt an einem Baum, mit aufgeschnittenen Adern.

Sechzig Jahre später begibt sich ein brasilianischer Journalist auf die Spurensuche, um das Geheimnis um den mysteriösen Tod von Buell Quain zu lösen: Warum nahm er sich auf grausame Art und Weise das Leben? Hatte Buell Quain etwas zu verbergen oder wollte er mit seinem Selbstmord die Indigenen schützen?

Bei seinen Recherchen stößt der Journalist auf die Aufzeichnungen von Manoel Perna, dem Buell Quain in neun Nächten einen tiefen Einblick in sein Seelenleben gewährte.

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Sergio Olguín: Zurück nach Lanús | Literatur aus Argentinien

Olguín_Zurück nach LanúsLanús, ein Vorort von Buenos Aires: Adrián verbringt seine Kindheit mit Freunden auf der Straße. Sie unterhalten sich über Superhelden, lesen Comics und wehren sich gegen die Angriffe der übermächtigen Jungs aus der Tincho-Familie.

Es ist aber vor allem die Liebe zum Fußball, die Adrián, Francisco und die anderen Jungs vereint: „Was Freundschaft war, was ich im Leben tun oder lassen sollte, was wichtig und was banal war, all das lernte ich beim Fußballspielen.“

Alle sind sie Fans von Independiente, nur Adrián hält zu Boca. Gemeinsam suchen sie das Haus, in dem Diego Maradona aufwuchs, um ihm für die zwei Tore gegen England zu danken – oder sie stoßen zusammen in unbekannte Regionen von Lanús vor, um ihren Fußball an einer Tankstelle aufzupumpen.

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Spionage-Literatur: „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad | London

Joseph Conrad_GeheimagentEine einfache Geschichte, so lautet der Untertitel zu Joseph Conrads Roman Der Geheimagent, der 1906 bis 1907 in Fortsetzungen erschien. Und tatsächlich ist die Handlung schnell erzählt. Adolf Verloc ist Besitzer eines schmuddeligen Krimskramsladens im Londoner Stadtteil Soho. Sein Sortiment reicht vom Pornoheftchen bis zum Stempelkissen. Nur selten verirrt sich ein Kunde in sein Geschäft.

Umso lebhafter geht es abends im Hinterzimmer zu. Denn hier versammelt sich regelmäßig ein Grüppchen von Anarchisten, um über die Weltrevolution zu räsonieren. Verloc ist Teil der Gruppe. Als Geheimagent einer ausländischen Macht soll er über ihre Aktivitäten berichten und sich selbst als Agent Provocateur betätigen. Erfolge hat er jedoch schon seit Jahren nicht mehr vorzuweisen. Daher fordert sein neuer Chef, Herr Vladimir, nun Taten.

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„Der Mensch ist schwerer als die Welt“: Der Señor Balboa von Jaime Saenz | Literatur aus Bolivien

„Der Señor Balboa, der haufenweise Geld hatte, aber dennoch erst an dritter Stelle nach dem Hund kam, war ein wortkarger Mann. Und wenn er Lust hatte zu lachen, ging er auf die Straße.“

jaime saenzSeñor Balboa ist ein reicher Mann, doch er leidet. Er leidet unter dem Leben und vor allem unter seiner Frau. Denn diese quält ihn, wann immer es nur geht. Glücklicherweise hat Señor Balboa aber auch Freunde. Da gibt es zum Beispiel Doktor Zuleta, genannt der Lahme, ein Apotheker und Theosoph mit Hang zum Pfirsichlikör. Mit ihm teilt er seinen Kummer.

Trost findet Señor Balboa auch bei seiner Geliebten Vidalita, die über die einzigartige Gabe verfügt, „Gepfeffertes ohne Pfeffer“ zu machen. Und wenn Señor Balboa ihr von den Quälereien seiner Ehefrau berichtet, dann „übertrieb er ein wenig, doch er sagte die Wahrheit”.

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Judith Torrea: „Kinder begraben Kinder“ | Ciudad Juárez, Mexiko

Judith Torrea: Juárez en la sombraJudith Torrea hat ihr Herz an Ciudad Juárez verloren. Ciudad Juárez gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt, doch Judith Torrea nennt sie liebevoll Juaritos. In der mexikanischen Grenzstadt regiert ein mörderischer Drogenkrieg, dem jedes Jahr tausende von Menschen zum Opfer fallen.
Die Spanierin Judith Torrea arbeitete bis 2009 als Reporterin in New York. Dort beobachtete sie Tag für Tag die Schönen und Reichen beim gepflegten Drogenkonsum. „Weißt Du, wie viele Tote es erfordert, damit Du ein Gramm Kokain konsumieren kannst?“ Diese Frage richtete sie an einen New Yorker Millionär. Sie erhielt keine Antwort. Aber sie beschloss, die New Yorker Glamourwelt zu verlassen und nach Ciudad Juárez zu gehen, um dort vor Ort über das Leben und Sterben im Schatten des Drogenkrieges zu berichten.

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