„Am Ende war das Wort.“ – Nona Fernández: Die Toten im trüben Wasser des Mapocho

Literatur Chile Fernández Wasser MapochoEs sind keine schönen Geschichten, die man sich in den Straßen von Santiago de Chile erzählt. Da gibt es den Indigenen Lautaro, dessen Kopf einst von den spanischen Eroberern auf eine Lanze aufgespießt und in den Fluten des Mapocho versenkt wurde. Seit dieser Zeit geistert Lautaro als kopfloser Reiter durch die Stadt.

Und dann gibt es den Teufel höchstpersönlich, der von zahllosen Sklaven die erste feste Brücke der Stadt erbauen ließ, dank der Santiago „die Tentakeln“ ausstreckte und „den Duft des Paradieses unter dem Zement des Fortschritts“ begrub. Ein Mann in Lumpen. In seinem Handkarren schläft eine Frau, ihre Eingeweide hängen heraus. Man hat ihr das Kind aus dem Bauch gerissen. Das ist ihre Geschichte.

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Magischer Realismus war gestern: Lateinamerika-Literatur im Rückblick

Nachdem danares.mag Anfang März den ersten Blog-Geburtstag feierte (und neuerdings auch in Facebook auf Leser wartet), möchte ich nun das erste öffentliche Lesejahr zur lateinamerikanischen Literatur rekapitulieren.

Wer zeitgenössische Literatur aus Lateinamerika abseits von Verkaufsgaranten wie García Márquez, Vargas Llosa oder Isabel Allende liest, wird feststellen: Lateinamerikanische Literatur ist witzig, unterhaltsam, tiefgründig, manchmal ganz schön brutal, meistens erfreulich kurz und bündig – und sie ist vor allem eines: auf der Höhe der Zeit.

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Fußballträume und Männertragödien in der Atacama-Wüste: Hernán Rivera Leteliers Roman „Der Traumkicker“

TraumkickerIn der chilenischen Salpeter-Siedlung Coya Sur stehen die Zeichen auf Sturm: Das Lokalderby gegen den Erzrivalen aus dem Nachbarort María Elena steht bevor, und dieses Mal – da sind sich alle einig – will man nicht gegen die „Staubfresser“ verlieren. Beim letzten Fußball-Match gegen María Elena habe man, so Dorf-Sheriff Concha, „gespielt wie noch nie und verloren wie immer“.

Die Lage scheint aussichtslos, doch dann taucht plötzlich ein Fremder in der Siedlung auf, der sich als Virtuose am Ball erweist. Don Celestino Rojas, der frömmelnde Präsident der Fußball-Vereinigung, ist überzeugt: „Der Mann ist der Messias.“

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