Zurück nach Camden

Featuring den kleinen Charles Dickens, Amy Winehouse, Morrissey, Bücher und Nerd-Dinge nebst einem Taxifahrer sowie Street Art mit Träumer. 

„Come back to Camden“, singt der selbsternannte Tausendsassa Morrissey, und wir sind nach Camden Town zurückgekehrt, dicht zusammengepresst in der Northern Line, mit Touristen aus aller Welt.

Camden Town gehört zu den spannendsten Touri-Fallen von London, zumal die Gegend um die Main Street ein großer, bunter Outdoor-Konsumtempel für Nerds und Bibliophile ist:

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Wanderungen durch Londons East End: Street Art in Shoreditch


Wo genau liegt das Londoner East End? Wo beginnt es, wo endet es?

Eine exakte geographische Verortung, eine Grenzziehung, scheint kaum möglich. Das East End wächst Tag um Tag mit der Metropole, das East End schrumpft Stunde um Stunde mit der voranschreitenden Gentrifizierung einzelner Stadtteile. Fest steht jedenfalls, dass das East End in einer der finsteren Gassen östlich der City of London beginnt und im Süden von der Themse begrenzt wird.

Gefühlt beginnt das East End dort, wo die Londoner CCTV-Überwachungskameras enden und die futuristischen Finanzhochhäuser des seelenlosen Canary Wharf noch nicht den Blick gen Himmel verstellen – perfekte Rahmenbedingungen für Street Artists.

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Für Blender und Geheimagenten: Was suchst Du?

Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob es mehr als nur eine Einleitungsphrase für Blender 2.0 gibt.

Was die Welt außerdem ständig von mir wissen möchte: Was sind eigentlich Deine Lieblingssuchanfragen, die SEO-Gott Google in letzter Zeit auf Deinen Blog gelenkt hat? Und könntest Du bitte unbeantwortet gebliebene Suchanfragen beantworten, damit niemand vom Glauben abfällt?

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Liza Codys Obdachlosenroman Lady Bag: „Quasseln, quasseln, quasseln und nichts merken.“

London-Literatur Lady BagEine Obdachlose mit Hund versucht, ein Verbrechen in London aufzuklären. Das ist der Plot (um es kurz zu machen) von Lady Bag. Und dennoch habe ich keinen Kriminalroman gelesen.

Gelesen habe ich einen Großstadtroman aus der Perspektive einer Ausgestoßenen. Ihre besten Freunde sind der Rotwein und Hund Elektra. Das war nicht immer so. Erst einmal ihr Vermögen und ihren gut bezahlten Job verloren, geht es – aus der Sicht der Gesellschaft – für sie bergab:

„Sie besorgen dir eine Behelfsunterkunft in einer Vorstadtpension, meilenweit von Sozial- und Arbeitsamt. Du hast kein Geld für den Bus, also brauchst du Stunden, um zu Fuß hinzulaufen, nur um festzustellen, dass das zuständige Büro geschlossen hat.“

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Trackback! danares.mag im Radio

Radio, what’s new?

Trackback: danares.mag im RadioNeu im Radio ist, dass die Betreiberin von danares.mag (eine fleißige Radio- und Podcast-Hörerin) gestern zum ersten Mal hinter das Mikrofon trat und die Welt mit ihrer Meinung belästigen durfte. :-)

Mit der sehr freundlichen Teresa Sickert sprach ich in der Radio-Sendung Trackback über Weltliteratur und Straßenpoesie, die Straßen von London, die coolste Autorin Brasiliens und den Unterschied zwischen Content und Inhalt.

Die liebe Blogger-Kollegin Miss Booleana hatte mich für das Interview vorgeschlagen – und meine Blogger-Vorschläge für die nächste Woche sind die überaus geschätzten Menschen hinter den Blogs von Zeilentiger liest Kesselleben und Gemütliche Sitzsätze. Die großartige Juna im Netz (samt Blog) durfte im Gespräch natürlich nicht unerwähnt bleiben. :-)

Mein Dank gilt übrigens dem pakistanischen Ein-Pfund-Laden im Herzen Londons. Ohne seine famosen Grippe-Tabletten hätte es kein Interview gegeben.

Wie es sich für eine richtige Radio-Sendung gehört, könnt ihr Trackback natürlich auch als Podcast abonnieren.

Die Sendung von gestern mit meinen verschnupften Wortbeiträgen ab Minute 49:05 gibt es hier.


Wie groß sollte unser Aufmerksamkeitskreis sein? Zadie Smiths Erzählung „Die Botschaft von Kambodscha“

London-Literatur_Zadie Smith Botschaft KambodschaIn einer alten Metro-Ausgabe liest Fatou die Geschichte einer Londoner Sklavin. Wenn Fatou ihr eigenes Leben als Haushälterin im Nordwesten von London mit dieser Sklavin vergleicht, dann geht es ihr eigentlich ganz gut.

Sie wurde noch nie von ihren Arbeitgebern verprügelt. (Gut, geohrfeigt schon.) Sie darf sogar das Haus verlassen. Auch die Freiheit versprechende Oyster Card darf sie mitnehmen, wenn sie die Einkäufe der Familie im Londoner Stadtteil Willesden erledigt. Nicht so gut: Ihren Pass musste sie der Familie bei Arbeitsantritt aushändigen – und ihren Lohn bekommt sie auch nicht ausgezahlt, schließlich verursacht Fatou Kosten bei der Nahrungsaufnahme und beim Wasserverbrauch.

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Was bleibt. Das Blogger-Jahr 2014

Was bleibt vom Blogger-Jahr 2014? Es bleiben erste persönliche Treffen mit Bloggern und – wie bereits im letzten Blogger-Jahr – zahlreiche Blog-Beiträge aus meiner virtuellen Nachbarschaft, denen ich auch über das Jahr 2014 hinaus viele Leser wünsche:

  • Mit Menschen

Zu diesen Beiträgen zählen in erster Linie die großartigen Texte Newton in Sibirien und Fitness first auf Zeilentiger liest Kesselleben. Seinen genauen Blick für Orte, Situationen und Menschen hat Zeilentiger freundlicherweise auch in einer meiner Lieblingsstädte erprobt und in den wundervollen Snippets from London. Ein Dezemberspaziergang festgehalten.

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Banksy: Wall and Piece

Banksy Wall and PieceT-Shirts, Handtaschen, Buttons – auf dem Londoner Portobello Market in Notting Hill ist Che Guevara in allen Formen und Preislagen zu kaufen. Eines Morgens blickt der Revolutionär jedoch auf einmal in vielfacher, überlebensgroßer Ausfertigung von der Eisenbrücke hinunter auf den Ort seiner Vermarktung.

„Ich glaube, ich habe versucht ein Statement gegen das endlose Recycling einer Ikone abzugeben“, sagt Banksy, der in einer Nacht- und Nebelaktion die Wanddekoration angebracht hatte. „Die Menschen glauben offenbar, dass sie sich nicht mehr wie ein Revolutionär verhalten müssen, wenn sie sich wie ein Revolutionär kleiden.“

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Freddies Schatten in Earls Court

Zufällig verirren sich London-Touristen nur selten hierher. Der Logan Place ist ein ruhiger Ort. Klassisches Wohngebiet, eher hochpreisig, wie man gerne sagt.

Und so stehen wir ziemlich verlassen vor der Garden Lodge, wo Freddie Mercury lebte, arbeitete und starb. Wir sehen uns die Nachrichten an, die Fans aus aller Welt für Freddie hinterlassen haben: Freddie lives forever, heißt es da. Oder auch: Thinking of you. Manche Fans setzen sich selbst ein Denkmal: Boldi estuvo aquí. Boldi war hier.

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Well done! Stattlektion aus London

Guten Tag! Hier spricht Ihre Blog-Betreiberin. Wir befinden uns gerade im Anflug auf den London City Airport. Es sind 24 Grad und die Stadt präsentiert sich wie gewohnt nebellos. Wir bedanken uns für den Kauf eines 99-Euro-Flugtickets und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt.

London von oben 1

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben von einer rundlichen Dame auf der Westminster Bridge eine glückliche Zukunft vorausgesagt bekommen, ihr im Gegenzug zwei Pfund für ein fiktives Kinderheim in Rumänien überreicht und kurze Zeit später am Themse-Ufer festgestellt, dass sich Ihr Portemonnaie wider Erwarten noch in Ihrem Besitz befindet.

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Nerdy News from London: Von Büchern, Zeitreisenden und Zauberlehrlingen

Es ist nun etwa ein Jahr her, als ich gemeinsam mit Mr. M. diverse Buchhandlungen und Nerd-Attraktionen in London erkundete. Anlässlich der London Film and Comic Con sowie der Reunion der legendären Monty-Python-Truppe hat sich Mr. X. erneut als Location Scout auf die Straßen der britischen Hauptstadt begeben.

Das Londoner Stadtviertel Bloomsbury ist Freunden des guten Buchs ein Begriff. Zu den zahlreichen kleinen, unabhängigen Buchhandlungen in Bloomsbury zählt das Antiquariat Collinge & Clark. Dem einen oder anderen mag die Buchhandlung bekannt vorkommen. In der herausragenden britischen Serie Black Books um den skurrilen Buchhändler Bernard Black fungierte sie als Außenkulisse.

London_Black Books

„Alle Vögel haben ein glückliches Herz…“ – Mit Peter Pan in den Kensington Gardens

Zwischen dem Londoner Hyde Park und den Kensington Gardens erstreckt sich ein See namens Serpentine. Unzählige Vögel leben hier, und sie sind – ebenso wie Peter Pan – zum Flug bereit.

In J.M Barries Erzählung Peter Pan in Kensington Gardens ist Peter Pan noch ein Baby, gerade einmal sieben Tage alt, doch er hat schon ein ganz konkretes Ziel: „Zurück in die Kensington Gardens“ möchte er. Und so gesellt er sich – nach einer kurzen Zwischenlandung in den Kensington Gardens – zu den Vögeln des Serpentine.

Serpentine-Vögel

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London: Stattlektion ohne Hugh Grant

Liebe London-Freunde,

traut keinem Reiseführer.

Traut auch keinem Online-Reiseportal, auf dem Texter für 1 Cent pro Wort über Orte schreiben, die sie nur aus Reiseführern kennen.

Und traut erst recht keinen Filmen, die euch suggerieren, dass ihr den schönsten Blick auf London haben werdet, wenn ihr euch an jenen Ort begebt, an dem Hugh Grant und Julia Roberts ihre transatlantische Beziehung verkomplizierten.

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Richard III. trifft Doctor Who: Buch und Podcast „Viva Britannia“

Samuel Henry James. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte der Spross von William und Kate diesen schönen Namen getragen. Kein Wettbüro kreuzte Anfang Juli 2013 in London meinen Weg. Glücklicherweise. Aus Samuel Henry James wurde nämlich wenige Wochen später George Alexander Louis.

inselHätte ich damals schon den Podcast Viva Britannia gekannt, wäre meine Wette vermutlich etwas konservativer ausgefallen. Noch komplexer als befürchtet sind nämlich die Gesetze im Hause Windsor.

Dank der Podcast-Episode Das Königshaus weiß ich nun außerdem, dass noch keine Regelung für jenen Fall getroffen ist, dass sich der kleine George irgendwann in einen Mann verlieben sollte. (Meine Wette geht übrigens auf den wenige Monate jüngeren Rafaël aus dem Hause Grimaldi.)

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Was bleibt. Das Blogger-Jahr 2013

Unzählige Artikel der etablierten Medien wanderten im Jahr 2013 über meinen Bildschirm. Was mir in Erinnerung blieb und bleiben wird, sind jedoch die Beiträge jener Autoren, deren Arbeitsstunden niemand vergütet. Die Rede ist – natürlich – von privaten Bloggern.

Im Folgenden also eine kleine Auswahl an Blog-Beiträgen, die es verdient haben, auch über das Jahr 2013 hinaus von vielen neuen Lesern entdeckt zu werden.

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Spionage-Literatur: „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad | London

Joseph Conrad_GeheimagentEine einfache Geschichte, so lautet der Untertitel zu Joseph Conrads Roman Der Geheimagent, der 1906 bis 1907 in Fortsetzungen erschien. Und tatsächlich ist die Handlung schnell erzählt. Adolf Verloc ist Besitzer eines schmuddeligen Krimskramsladens im Londoner Stadtteil Soho. Sein Sortiment reicht vom Pornoheftchen bis zum Stempelkissen. Nur selten verirrt sich ein Kunde in sein Geschäft.

Umso lebhafter geht es abends im Hinterzimmer zu. Denn hier versammelt sich regelmäßig ein Grüppchen von Anarchisten, um über die Weltrevolution zu räsonieren. Verloc ist Teil der Gruppe. Als Geheimagent einer ausländischen Macht soll er über ihre Aktivitäten berichten und sich selbst als Agent Provocateur betätigen. Erfolge hat er jedoch schon seit Jahren nicht mehr vorzuweisen. Daher fordert sein neuer Chef, Herr Vladimir, nun Taten.

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London: Buchhandlungen, Nerd-Attraktionen und das Ende der Welt

Ein kleiner Ausflug in ausgewählte Londoner Buchhandlungen, zur TARDIS an der Earl’s Court Station und zu einigen weiteren nerdigen Destinationen abseits von Big Ben & Co.

Buchhandlung Bookmarks – The Socialist Bookshop

Das Sortiment der „sozialistischen Buchhandlung” Bookmarks ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Im Bestand finden sich viele theoretische Werke zum Sozialismus, zur Geschichte der Arbeiterklasse und zu den Ländern des Südens. Dennoch ist der Besuch von Bookmarks für Bücherliebhaber jeglicher politischer Coleur zu empfehlen, denn in dem kleinen unabhängigen Buchladen warten sehr nette Buchhändler, hübsche Non-Book-Artikel sowie ein buntes Sammelsurium an gebrauchten Büchern.

Adresse: Bookmarks – The Socialist Bookshop, 1 Bloomsbury Street, London WC1B 3QE, Website: http://www.bookmarksbookshop.co.uk

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