Schwebende Bücher, erste Worte, Lesefreude – Welttag des Buches

Ein libro sospeso ist ein schwebendes Buch. Schwebend? Warum denn schwebend? Pate stand ein Brauch aus Neapel, erfahre ich, der Caffè sospeso. Man trinkt einen Kaffee und zahlt zwei. Der zweite Kaffee bleibt in der Schwebe, bis ein Bedürftiger kommt und um einen Kaffee bittet.

Weiterlesen „Schwebende Bücher, erste Worte, Lesefreude – Welttag des Buches“

Advertisements

Street Art Mainz: Menschen, Monster, Aliens

 

Popkultur goes Subkultur?

Wand- und Bodenmalereien auf den Straßen von Mainz, featuring Spock (auf der Brücke), Satzbaumeister Yoda, Monk, Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter „Pippi“ Langstrumpf sowie Donald Duck – nebst einer Warnung bezüglich der seit Monaten voranschreitenden Monster-Invasion.

Street Art Mainz Spock: Erster Offizier auf der Brücke

Weiterlesen „Street Art Mainz: Menschen, Monster, Aliens“

Street Art Mainz: Piggeldy und Frederick

„Frederick, was ist eigentlich Jazz?“ Oder auch: „Frederick, was ist eine Bausünde?“ Bei ihren Wanderungen durch die Straßen von Mainz haben die Großstadtflaneure Piggeldy und Frederick einige wichtige Themen zu klären.

„Frederick, woher kommt eigentlich der Strom?“ Gute Frage – gestellt auf einem Mainzer Stromkasten (Bekleben verboten).

StreetArt_Mainz_Piggeldy und Frederick 02 _Strom

Weiterlesen „Street Art Mainz: Piggeldy und Frederick“

Street Art Mainz: Herbstliches mit Schirm, Pinguin und Melone

Herbst – das ist die Zeit, wenn die Figuren an den Wänden ihre Regenschirme aufspannen und ihre Ohren mit einer Melone vor dem frostigen Wind schützen.

Keinen Hund mag man so auf die Straße schicken. Dafür begegnen wir bei diesen widrigen Wetterverhältnissen nun immer öfter dem Pinguin. Und obwohl er dank seiner wasserfesten Federschichten gegen den Regen gewappnet sein sollte, blickt er uns doch häufig grimmig von den Wänden an.

Weiterlesen „Street Art Mainz: Herbstliches mit Schirm, Pinguin und Melone“

Lektüre überlebt: Jürgen Heimbachs Regionalkrimi „Chagalls Rache“

Heimbach Chagalls RacheVon Axel Hacke stammt der schöne Satz: „Erst wenn der letzte deutsche Lehrer und der letzte deutsche Journalist einen Regionalkrimi geschrieben haben werden, werdet ihr merken, dass man’s auch übertreiben kann.“

Als großer Freund der Kulturindustrie habe ich schon so manchen Protagonisten seufzend, die Lippen zusammen pressend und innerlich fluchend erlebt – warum also, so fragte ich mich, nicht einmal einige Lesestunden mit dem liebsten Kind der Regionalpresse und dem größten Feind des überregionalen Feuilletons verbringen?

Zugegeben, ich war auf der Suche nach etwas richtig Schlechtem, als ich vor dem Regionalkrimi-Sortiment meiner Mainzer Buchhandelsnachbarschaft Bukafski stand: unterirdischer Stil, flache Charaktere und endlos verwickelte Ortsbeschreibungen, um den Text mit möglichst vielen regionalen Sehenswürdigkeiten aufzublähen. Alle meine Vorurteile gegenüber dem Regionalkrimi sollten sich bestätigen.

Weiterlesen „Lektüre überlebt: Jürgen Heimbachs Regionalkrimi „Chagalls Rache““

Street Art Mainz: Das Boot ist toll

Unter der Grünen Brücke, da lebt nicht nur der gefräßige Bücherwurm. Unter der Grünen Brücke, da ist das Boot der multikulturellen Schiffscrew noch lange nicht voll.

Und während ein Kind, an der Hand seiner Mutter, stehen bleibt, um den fliegenden Piratenvogel genauer zu betrachten, fragen wir uns, was wohl passiert wäre, wenn die Polizei die Urheber solcher Schmierereien auf frischer Tat ertappt hätte.

StreetArt_Mainz_Buits Crew b

Weiterlesen „Street Art Mainz: Das Boot ist toll“

An den Wänden: Die Tiere der Mainzer Neustadt

Irgendwo zwischen dem Mainzer Regierungsviertel, der Einkaufsmeile Boppstraße und den Urban Benchmarks am Zollhafen haben sie offenbar ideale Rahmenbedingungen vorgefunden. Man möchte sie sogar fast endemisch nennen, die Tiere an den Wänden der Mainzer Neustadt.

Da ist zum Beispiel der Kein-Stress-Panda, das wohl berühmteste Stencil der Neustadt. Die Botschaft des Pandas ist so wahr, so zeitlos, dass er uns Passanten schon seit Jahren mit mahnenden Augen anblicken darf. In der unmittelbaren Umgebung lebt auch der Neustadt-Affe. Ortsunkundige orientieren sich bitte am Hinweispfeil.

Und dann gibt es natürlich noch die süüüüüüßen Tiere mit den grooooooooooßen Augen:

Weiterlesen „An den Wänden: Die Tiere der Mainzer Neustadt“

Das traurige Mädchen und die Stadtgeister: Déjà-vus in Mainz und Frankfurt

In Mainz nennt man sie Maria oder Das traurige Mädchen. Gelegentlich wird sie auch als Mysterious Lady bezeichnet. Manchmal ist ihr Blick leer, manchmal vorwurfsvoll, aber immer schwingt die Traurigkeit mit, wenn sie uns an jenen tristen Orten der Stadt anblickt, die niemals Aufnahme in die Tourismus-Broschüren finden werden. Und dabei ist doch auch sie ein „echtes Meenzer Mädsche” – eben nur nicht „goldisch”, sondern immer ein wenig traurig.

StreetArt_Mainz_Maria bwol

Weiterlesen „Das traurige Mädchen und die Stadtgeister: Déjà-vus in Mainz und Frankfurt“

Denk ich an Mainz in der Nacht…


Von Mainz nach La PazKaiserstraße Mainz, 10. November 1938: „Dann gab es ein fürchterliches Krachen an unserer Wohnungstür, und bevor wir wussten, wie uns geschah, standen wir plötzlich einer großen Horde von Männern gegenüber […] Alles splitterte und brach in Stücke.“

Nachbarn sammeln die im Hof verstreute Kleidung auf. Am folgenden Tag schaut ein Polizist vorbei. Er verspricht der Familie, dass dem Vater, der sich auf dem Speicher versteckt, nichts geschehen werde. Aber danach, so Renata Schwarz in ihren Erinnerungen Von Mainz nach La Paz, war nichts mehr wie zuvor. Der Vater kann nach den Ereignissen vom 10. November acht Tage lang nicht sprechen: „Bei ihm war innerlich etwas zerbrochen.“  Renatas Familie flieht nach Lateinamerika.

Weiterlesen „Denk ich an Mainz in der Nacht…“

Mainz: „Stolpersteine“ für Familie Salomon

Ein paar Schritte die Straße hinunter, dann rechts abbiegen und ich stehe vor dem ehemaligen Wohnhaus von Eugen Salomon – berühmte Nachbarschaft, denn Salomon war einer der Gründer und erster Präsident des Fußballvereins 1. FSV Mainz 05.

Eugen Salomon wurde 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Seine Frau Alice und seine beiden Söhne Alfred und Erwin überlebten die Nazi-Zeit in Frankreich.

Seit diesem Monat erinnern vier „Stolpersteine“ in der Mainzer Boppstraße an das Schicksal der Familie Salomon.

Stolpersteine Familie Salomon Mainz

Der Künstler Gunter Demnig möchte mit seinen Stolpersteinen die Erinnerung an die von den Nationalsozialisten Ermordeten, Deportierten, Vertriebenen und in den Selbstmord Getriebenen wachhalten, denn ein „Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“.

Die Stolpersteine werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer im Straßenpflaster verlegt.

Stolperstein Eugen Salomon Mainz

Nach Angaben der offiziellen Stolpersteine-Website gibt es inzwischen in Deutschland an über 500 Orten Stolpersteine.

Eine Liste weiterer Stolpersteine in Mainz ist auf der Website www.mainz1933-1945.de des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V. zu finden.