Was bleibt. Das Blogger-Jahr 2014

Was bleibt vom Blogger-Jahr 2014? Es bleiben erste persönliche Treffen mit Bloggern und – wie bereits im letzten Blogger-Jahr – zahlreiche Blog-Beiträge aus meiner virtuellen Nachbarschaft, denen ich auch über das Jahr 2014 hinaus viele Leser wünsche:

  • Mit Menschen

Zu diesen Beiträgen zählen in erster Linie die großartigen Texte Newton in Sibirien und Fitness first auf Zeilentiger liest Kesselleben. Seinen genauen Blick für Orte, Situationen und Menschen hat Zeilentiger freundlicherweise auch in einer meiner Lieblingsstädte erprobt und in den wundervollen Snippets from London. Ein Dezemberspaziergang festgehalten.

Petra führt mit Philea’s Blog nicht nur einen virtuellen literarischen Salon, sondern sie ist auch eine emsige Botschafterin der griechischen Kultur. Von ihrem letzten Griechenland-Besuch brachte sie uns (unter anderem) den Beitrag Athen: Free Thinking Zone über eine Konzept-Buchhandlung in der griechischen Hauptstadt mit, in der sich Autoren, Künstler und gesellschaftspolitisch engagierte Menschen treffen (und organisieren).

Maren ließ uns an ihrer Reise nach Jordanien teilnehmen und reichte uns in dem Beitrag Datteln in Nahost zugleich die Information ihres Reiseleiters Ali nach, dass einem nach dem Verzehr von roten Datteln Hörner wachsen können. Ihr seid gewarnt.

  • Von der ewigen Wiederkehr der Rattenfänger

So weit, so gut, so bunt und multikulturell. Und dann passieren in unserem Land – und das ist das eigentlich Traurige daran – mit voraussagbarer Regelmäßigkeit Dinge, bei denen man sich immer und immer wieder den Mund fusselig redet. Siehe hierzu auch das Posting von JunaimNetz: „Ja, ich nerve. Die AfD auch“. Gelegentlich bringt es aber auch eine einzige Frage, wie jene von Tante Jay, auf den Punkt: „Habt ihr noch alle Latten am Zaun???!?”

Des Pudels Kern? Wenige wissen, dass die Sage vom Rattenfänger eine gewisse Nähe zum Rumpelstilzchen aufweist. Denn wenn der Rattenfänger abends alleine in seiner hochpreisigen Luxusimmobilie sitzt und brennende Flüchtlingsheime zählt, dann sagt er: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Möllemann, Sarrazin, AfD, Pegida und bald schon wieder ganz anders heiß!“

Lakritze beginnt den erst wenige Tage alten Blog-Post Ich habe kein Verständnis mit den Worten „Für tagespolitische Themen taugt mein Blog nicht…“ – und beweist in den folgenden Sätzen dankenswerterweise genau das Gegenteil. Und noch einmal JunaimNetz: In ihrem lesenswerten Beitrag Unser Individualismus. Und was er mit #pegida zu tun hat wurde ich zum ersten Mal auf den Appell von Sherry aufmerksam.

Apropos: Die in London lebende Peggy betreibt den Blog Entdecke England und wartete bereits vor Weihnachten mit einer frohen Botschaft Richtung Bayern auf: „Die CSU wird sich freuen zu hören, dass wir zu Hause deutsch sprechen.“

  • Wieder was gelernt: Popkultur, Sprachen & Jugendhelden

Beim Konsum von Popkultur wechselt der Verstand gelegentlich in den Stand-By-Modus. Macht aber nix, finde ich, solange es Menschen gibt, die einen darauf hinweisen. So begegnete mir dieses Jahr bei Miss Booleana zum ersten Mal der Begriff Bechdel-Test, der meine Freude an Jugendhelden wie Jerry Cotton, Captain Kirk sowie Justus, Peter und Bob (nur temporär) trübte.

Ein Thema, das jedes Nerd-Herz bewegen sollte: Paula geht in ihrem Beitrag Sprechen Sie Außerirdisch? der Frage nach, warum es auf Planeten wie Romulus (ja, richtig, ich bin wieder bei Star Trek), einem Planeten mit 18 Milliarden Bewohnern (ich vertraue hier den Angaben von Paula), nur eine einzige Sprache gibt. Mögliche Antworten: Linguisten, die nicht wissen, was sie tun, oder: „Babelfisch! Ist halt so!“.

  • Auf Europas Straßen: Graffiti und Street Art
Da wir gerade Romulanisch sprechen: Man schaue sich dieses schöne Fundstück von Gucki an: Romani ite domum.
Auf der Straße gibt es so einiges Spannendes zu sehen und zu lesen – wenn man sich die Mühe macht, gewohnte Pfade zu verlassen und sich auch vermeintlich hässlichen Orten nähert. Der Blog Dosenkunst begleitet mich schon seit geraumer Zeit. Zu den Perlen zählen die Mönch-Bilder von Jens ShoShin oder auch die Fotos aus Lissabon.
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Eine meiner Neuentdeckungen des Jahres 2014 ist der zweisprachig geführte Text- und Foto-Blog andando por las calles / walking in the streets, der Graffiti und Street Art in Madrid dokumentiert. Stellvertretend seien hier nur zwei Beiträge genannt: Banks and Benches on the Streets of Madrid (Bancos y las calles de Madrid) sowie Stencils & Graffiti: Making Systemic Violence Visible in Madrid (Stencils y graffiti: visibilizando la violencia sistémica en Madrid).
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  • Blogger-Begegnungen

Für mich persönlich war 2014 vor allem das Jahr der ersten Blogger-Begegnungen im so genannten „Real Life“, als da waren die bereichernden und freundlichen Zusammentreffen mit Bloggerin (und inzwischen auch Podcasterin) A&O von Gemütliche Sitzsätze, die Malerarbeiten mit Vera vom Literatur-Blog Glasperlenspiel13, die Wanderungen und Gespräche mit dem sehr geschätzten Zeilentiger von Zeilentiger liest Kesselleben und die immer noch nachhallenden Geschichten (inklusive Sicherheitswarnung für angehende Straßenfotografen) von Herrn Ärmel, der den Blog Fotografie und Text hütet.

Und dann gibt es Blogger, von denen man meint, ihnen schon viele Male persönlich begegnet zu sein – und das nicht nur, weil sie im Urlaub an einen denken:

Viele weitere (hier ungenannte) Blogger, und ich denke hier auch an die werten Literatur-Blogger und -Bloggerinnen, haben mein Jahr 2014 bereichert. Ein Dankeschön an jeden und jede einzelne dafür! Und die Botschaft für 2015? Sie lautet, ganz im Sinne von Sherrys Appell: Euer Blog ist eure Plattform. Macht was draus!


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Autor: andreabreuer

Bloggt über Weltliteratur & Straßenpoesie. Arbeitet mit Texten, Menschen & Sprachen. Mainz. |

12 Kommentare zu „Was bleibt. Das Blogger-Jahr 2014“

  1. Ach, wie schön, dass du wieder deinen besonderen Rückblick auf das Blogger-Jahr zusammengestellt hast, liebe Andrea! Habe schon mal eine Runde geklickt und ganz viel Bemerkenswertes entdeckt: fast Vergessenes ebenso wie bisher Übersehenes. Gleich mach ich weiter, aber erstmal ein herzliches Dankeschön an dich: für die engagierte Auswahl, die kluge Kommentierung, dafür, dass ich dabei sein darf, auch wenn ich für Außerirdische in diesem Leben vermutlich kein Faible mehr entwickle, für dein tolles Blog… Apropos: Ohne Verifizierung, einfach aus der Erinnerung: Mein Highlight 2014 war „Aus der Bahn: Jetzt oder nie!“ Kämpferisch. Menschlich. Humorvoll.

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  2. Ich finde Ihren Blog-Rückblick sehr interessant. Dass ich den gleichen Namen wie meinen eigenen
    fand erstaunte mich bis ichs kapierte… :-)
    Wie schön, dass Sie diesen Blog betreiben und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. Opel-Bahnhof eventuell???
    Auf dass Sie in diesem Jahr all das erhalten, was Sie brauchen!
    Schöne Grüsse aus dem feuchtkalten Norden

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  3. Liebe Andrea, tolle Beiträge hast Du in Deinem Jahresrückblick zusammengestellt. Danke, dass auch ich dabei sein durfte. Ich wünsche Dir ein inspirierendes neues Jahr. Hoffen wir, dass wir als Blogger ein kleines bisschen zur Meinungsbildung beitragen können. Liebe Grüße, Peggy

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